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Dr. univ. Med. Peter PEER

Arzt für Allgemeinmedizin

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"Wir können nicht mehr sterben!"

TT vom 16.10.2014

In der Spaßgesellschaft gilt der Tod als Versagen – nicht nur der Medizin. Das macht das Ableben so schwer. Der Arzt Günther Loewit fordert das einfache Sterben(-Lassen) zurück.

Den „friedlichen Tod“ sollte man nicht bei der Arbeit stören: Wenn Menschen zum Sterben bereit sind, sollte man sie gehen lassen, fordert der Allgemeinmediziner Günther Loewit.

Innsbruck – Wir haben verlernt, dass der Tod mitgezeugt wird und Teil des Lebens ist. Deshalb sterben viele der jährlich 80.000 Österreicher heute „unter Protest“, nachdem ihr Leben von der Medizin teils qualvoll verlängert wurde: Das schildert Günther Loewit, Gemeindearzt in Marchegg (NÖ) und Autor, in seinem neuen Buch „Sterben – Zwischen Würde und Geschäft“. Mit der TT sprach der gebürtige Tiroler über die Lebensverlängerungsindustrie, die den friedlichen Tod vereitelt – und die Altersschwäche als Tabu am Totenschein.

Herr Loewit: Wie planen Sie Ihren Tod, haben Sie eine Patientenverfügung?

Günther Loewit: Inzwischen glaube ich, dass man den eigenen Tod gar nicht planen, sondern nur sein Leben beeinflussen kann. Meine Frau hat den Auftrag, mich nicht wiederbeleben zu lassen, wenn ich tot bin. Patientenverfügung habe ich keine. Ich erlebe so viele Verfügungen, die nicht zur Wirkung kommen, weil es dann anders ist als geplant: Viele lehnen darin z.?B. eine Chemo ab – aber wenn es so weit ist, wollen sie es doch probieren.

Warum müssen sich heute Patienten schriftlich vor Ärzten schützen? Ich will wieder mehr Zeit für das Arzt-Patienten-Verhältnis. Eigentlich wollte ich ja ein tröstliches Buch schreiben. Als Arzt gebe ich mir auch Mühe, meine Patienten bis zum letzten Atemzug zu begleiten. Darin liegt nichts Schreckliches. Ein Sterbender hat eine hohe Endorphin-Ausschüttung, er spürt keine Schmerzen.

Es scheint so, als wäre der Tod aber heute eine Zumutung – für alle anderen?

Loewit: Ja, sehr oft behandelt die Medizin ihre eigene Befindlichkeit, nicht die Bedürfnisse des Sterbenden – der nicht unbedingt Patient sein muss. Ich weiß nicht, woher diese schreckliche Angst kommt. Ich habe den Verdacht, dass wir nicht mehr sterben können, weil wir nicht mehr gut leben können.

Im Buch schildern Sie, wie Angehörige, die ihre Mutter zum Sterben nach Hause holen wollen, im Spital mit Vorwürfen konfrontiert werden. Bei aller berechtigten Sorge, ob Angehörige immer das Beste für alte und kranke Menschen wollen: Ist es schlicht die Angst, verklagt zu werden, die Mediziner dazu treibt, alles auszureizen?

Loewit: Die Angst vor einer Klage spielt eine Rolle, aber ich glaube, sie ist auch ein bisschen ein Feigenblatt. Es ist viel einfacher für den Arzt zu sagen: Ich mache alles gegen den Tod, statt ihn zuzulassen. Unter diesem Aspekt sehe ich auch den Palliativgedanken differenzierter: Im Augenblick, wo man sagt: Jemand wird an seiner Krankheit versterben, lässt man ihn fallen wie eine heiße Kartoffel. Heilung liegt aber auch darin, dass man für den Patienten eine Situation schafft, mit der er zurechtkommt und in der er keine Schmerzen hat.

Mediziner, so lautet Ihre Kritik, „stören den an sich friedlichen Tod bei der Arbeit“.

Loewit: Dazu stehe ich, ich erlebe das fast jede Woche: Jemand ruft die Rettungsleitstelle an: Die Mutter atmet nur mehr alle zwei Minuten – und dann stürzt sich ein Rettungsteam über sie und reißt sie aus dem Sterben heraus. Das ist unwürdig. Ich habe auch erlebt, dass jemand längst tot ist, aber es rinnt immer noch die Chemo aus dem Tropf in den Arm.

 

90 Prozent wollen zuhause sterben, aber höchstens 50 Prozent gelingt das. Sterben nicht viele Menschen auch deshalb im Spital bzw. Heim, weil sie niemanden haben, der sich um sie kümmert?

Loewit: Ja. Allein in einer Mietskaserne zu sterben, wo er drei Wochen später entdeckt wird, das meint der Patient sicher nicht mit dem „Zuhause-Sterben-Wollen“. Da ist eher eine würdevolle, warme Umgebung gemeint, Geborgenheit. Das kann auch in einem Caritasheim oder Hospiz sein.

Sie beklagen aber auch, Unheilbares werde in der Spaßgesellschaft in eine Bad Bank, also das Hospiz, ausgelagert.

Loewit: Das ist schon überspitzt formuliert: Die Palliativmedizin wickelt den letzten Teil des Lebens ab. Aber viele Patienten finden es sehr verstörend, wenn sie dem Palliativteam vorgestellt werden: Bis jetzt wollten sie mich heilen, jetzt bin ich austherapiert? Das ist ein schreckliches Wort, dabei denkt man auch nur an den Körper, nicht an die Seele. Es gibt aber auch einen psychischen Bereich – und der ist sicher nicht aus­therapiert!

Muss sich da in der Ärzte-Ausbildung etwas ändern? In Innsbruck gibt es für Medizinstudenten zumindest freiwillige Ethik-Seminare zum Thema Sterben und Tod.

Loewit: Wir lernen nur heilen. Medizinstudenten sollte man sehr früh mit dem Tod konfrontieren, z.?B. durch ein Pflege- und Sterbepraktikum zu Beginn des Studiums, damit sie sehen, dass man nur sehr beschränkt kurativ tätig sein kann und der Hauptaspekt in der Begleitung liegt.

Stichwort „Sterbebegleitung“: Experten bemängeln, dass der Begriff „Sterbehilfe“ viel zu unklar ist. Er hat auch den Touch des Nachhelfens.

Loewit: Ich glaube auch, dass „Sterbebegleitung“ ent­emo­tio­na­li­sierter aufgenommen wird. Aber den Tod zulassen – ist das schon gleichbedeutend mit Hilfe? Wo ist die Grenze? Ich glaube, sie verläuft quer durch die Begriffe Arzt, Patient und Sterben. Oft ist der Wunsch nach Schmerzfreiheit schon der nach Hilfe, und Schmerzfreiheit ist mir das Wichtigste. In Europa sterben pro Jahr 40.000 bis 50.000 Menschen unbeabsichtigt durch Spitalskeime. Das wird als Kollateralschaden akzeptiert. Warum weisen wir dann den ab, der vom Krebs völlig zerfressen ist und nur Hilfe will? In seinem letzten Jahr kostet ein Sterbender zehnmal mehr als ein Gleichaltriger, der weiterlebt – weil wir ihn nicht sterben lassen. Wir gehen so pitzelig mit dem Lebensende um, aber mit 20.000 bis 30.000 Abtreibungen im Jahr haben wir kein Problem.

Sie sprechen sogar von einer Lebensverlängerungsindustrie und davon, dass der Österreicher „nach den Prinzipien der Statistik Austria sterben muss“. Was heißt das?

Loewit: Im Formblatt der Statistik Austria zur Anzeige des Todes darf ein Wort nicht stehen: „Altersschwäche“. Man muss immer an einer Krankheit sterben! Wenn wer, der nie krank war, mit 94 zuhause friedlich einschläft und ich Altersschwäche eintrage, kriege ich immer einen Anruf. Ich soll doch hinschreiben, was ich vermute. Also schreibt man Herz-Kreislauf-Versagen. Und dann heißt es: Das ist die häufigste Todesursache.

Ihre Forderung lautet, man sollte die Leute wieder „einfach sterben lassen“ statt „kompliziert nicht sterben lassen“.

Loewit: Wenn jemand bereit ist, sollte man das auch akzeptieren. Wir sollten viel mehr der finanziellen und emotionalen Energie, die wir ins Nicht-Sterben-Lassen investieren, ins Leben stecken und z.?B. dafür sorgen, dass Familien gut leben können und Kinder eine Ausbildung bekommen.

Das Gespräch führte Elke Ruß

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